La Paz, ein erster, später Bericht
Nun bin ich mittlerweile zwei Monate hier in La Paz, was soll ich euch erzählen?
Vielleicht erstmal was mir wirklich auf dem Herzen liegt, die Welt ist ungerecht und es wird niemals ein libertäres marktwirtschaftliches System geben welches dieser Welt gerecht wird!
Ja, der "real existierende Sozialismus" hat versagt, aber heist das, dass der Kapitalismus gewonnen hat?
Nein, denn der ist gerade dabei unser Welt, Pachamama, zu zerstören! Systeme die nicht in der Lage sind den ökologischen Einschlag/Fussabdruck zu bewerten, zerstören nur weiter diese Erde, unseren Lebensraum und sollten deshalb selber auf dem Friedhof der Geschichte landen!
Das mag aus europäischer Sicht alarmistich klingen, wenn man aber sieht wie Skigebiet-große Gletscher auf Taschengröße zusammen schmelzen, reißende Flüsse zu Rinnsalen zusammenSCHMELZEN wird das ganz real!
Mag sich bitte jeder mal dieses Video auf YouTube ansehen:
http://www.youtube.com/watch?v=qDawDsA5pUI
Was wird denn in Kopenhagen beschossen werden?
Nichts!
Ein deutscher Umweltminister der an die USA appelliert ist auch nichts anderes als ein schlechter Witz, ist er doch Teil einer Regierung die konsequent die tatsächlichen Kosten der Atomenergie zu verschleiern versucht! Wenn die tatsächlichen Kosten der Atomenergie, sowohl monetär als auch die gesamte CO2 Bilanz in die Kostenrechnung dieser Energieform einfließen würden, die Welt hätte sich schon lange von diesem Abenteuer verabschiedet!
Und wenn die Menschen hier in El Alto oder auch in La Paz plötzlich kein Wasser mehr haben und nach D'land oder USA kommen wollen, gelten sie als "wirtschaftliche Flüchtlinge", aber wer hat ihnen denn das Wasser weg genommen?
Fuck das waren WIR (Wirtschaftlich Industralisierte Regionen)….
Okay, nun will ich mal aufhören die Moralkeule zu schwenken, und was von hier erzählen. La Paz, die höchste Hauptstadt der Welt!
Die Architektur dieser Stadt ist einfach nur der Wahnsinn, und mir bleibt immer noch Wort wörtlich die Luft weg, wenn ich hier rum laufe.
Und obwohl die FIFA (noch so ein durch und durch kapitalistischer Scheiß_Verein dem es leider nur noch ausschließlich um's Geld geht) behauptet mensch könne hier kein Fussball spielen, war ich trotzdem bei einem Spiel.
Zu nächst mal eine Erklärung, warum die FIFA meint hier könne mensch kein Fussball spielen. Tja, die Brasilianer verlieren hier in schöner Regelmäßigkeit. Also haben sie einen Antrag bei der FIFA eingereicht, dass spielen über einer Höhe von xx Metern gesundheitsschädlich sei. Und nach langem hin und her hat die FIFA genau das jetzt auch beschlossen, obwohl das wohl einzige unabhängige Gutachten zu dem Schluss kam, dass es überhaupt kein Problem für Leistungssportler darstellen sollte, wenn sie mindestens 4 Stunden vor Spielbeginn hier auf 3800m eintreffen…
(Wie Evo wohl zutreffend kommentierte, der FIFA geht es nichtmehr um das Vereinende des Sports...)
Naja, und das Spiel das ich gesehen habe diente dann sozusagen als Beweis (des Gegenteils), Bolívar de La Paz empfing Blooming Santa Cruz zum Saisonfinale und Blooming, zu Hause auf 437m , gewann 0:1 und damit die Meisterschaft...
Das Spiel selber war nicht so der Hammer, da Blooming, mit einem 1:0 Hinspielsieg im Rücken, regelmäßig mit 8-9 Mann den Strafraum dicht machte und Bolívar damit nicht so richtig viel anfangen konnte.
Der "Einlaufeisatz" von Seiten der Zuschauer konnte sich aber sehen lassen. Flyer die vor Spielbeginn in die Reihen (ich saß in der Geraden) geworfen wurden, wurden alle fein gesammelt und zerkleinert. Außerdem wurden von engagierten Fans noch weitere Zeitungsschnipsel in schönen handlichen Päckchen verteilt, so daß beim Einlauf wirklich die ganze Gerade in einem Konfetti-Regen versank. Auch von Seiten des Vereins wurde nicht gespart und so brannte sowohl vor der Hincha (Ultras) Kurve, als auch vor meiner Geraden und der anderen Kurve ein Feuerwerk beim Einlauf der Mannschaft. Ein paar Bengalos hier und da machten das Ganze richtig hübsch, dafür dauerte es aber auch ca. 5 Minuten nach dem Einlauf bevor sich der Rauch verzogen hatte und das Spiel beginnen konnte.
Ein Alptraum für europäische Brandschutzexperten, aber das ist halt Fussball und kein Halma
!
(Was kein Argument für Vollidioten sein soll Bengalos aus einem Sankt Pauli Block zu werfen, nicht in Rostock, nicht irgendwo!)
Ansonsten arbeite ich momentan hier in einem Backpacker Hostel unter irischer Leitung, zufälliger Weise waren Zwei der Bücher, die ich auf dem Weg hier her gelesen habe von irischen Autoren (Angelas Ashes, Tolles Buch, Gracias Angela und Desperados, auch ein tolles Buch, danke Mark). Das mit der irischen Leitung ist desweiteren Interessant, da die Bar, in der ich arbeite, so einen Irish Pub Touch hat und ansonsten hier halt auch überdurchschnittlichen viele Iren absteigen. Die Trauer war dann auch Gestern groß, nachdem Irland das Hoffnungsrunden Hinspiel gegen Frankreich verloren hatte
.
Mein Job ist halt 'n Bar-Job, die Schicht dauert 8 Stunden, entweder von 12 mittags bis 18h oder von 18h bis 2h Nachts. Theoretisch sollte ich 5-6 Tage die Woche arbeiten und bekomme dafür freie Unterkunft (in nem 8 Bett Zimmer), ein freies Essen am Tag (Frühstück ist frei für alle, Gesetz den Fall mensch schaft es bis 12.), auf das nächste Essen bekomme ich dann 20% Rabatt, freie Softdrinks sowie 40% Rabatt auf alkoholische Getränke. Tatsächlich habe ich aber in der ersten Woche nur einen freien Tag gehabt und für die kommende Woche sieht es auch hart aus. Sowas passiert wenn es zu wenige andere Verrückte gibt die hier länger bleiben und arbeiten wollen. Weitere Ausgaben beschränken sich auf wenige Euros am Tag, als Teil des Personals hier bekommen wir auch Rabatte in diversen Clubs und Restaurants und in 'nem normalen bolivianischen Restaurant bekommt mensch den Mittagstisch (Kleine Vorspeise, VIEL Supppe, kleiner Hauptgang plus Nachtisch) regelmäßig für 80¢ bis 1€.
Außerdem gibt es auch noch Rabatt auf die ein oder andere Tour oder touristische Attraktion, bisher habe ich nur einmal die MountainBike-Tour die gefährlichste Straße der Welt runter ausgenutzt.
Den Namen der gefährlichsten Straße der Welt hat sich diese Straße über die Jahre bis vor ca. 3 Jahren, als sie durch eine Neue ersetzt wurde, verdient. Der andere Name, Death Road oder Straße des Todes kommt aus der Zeit ihrer Konstruktion irgendwann in den 1920igern.
Damals wurde die Straße nämlich von paraguayanischen Kriegsgefangenen des Chaco-Krieges in die Anden gesprengt und einige flogen dabei mit in die Luft oder eben in den Abgrund.
Heute fahren fast nur noch bekloppte Gringo-MountainBiker und ihre Begleitfahrzeuge die Straße runter, tödliche Unfälle haben sich so auf eine einstellige Zahl pro Jahr reduziert
.
Ja, es ist halt immer ein gewisses Risiko dabei, wenn mensch sich auf sowas einlässt, aber auf meinem Weg hier her hätte auch der ein oder andere Bus mit mir drin irgend eine Kurve runterfallen können oder...
Naja, der Verkehr in La Paz ist auch nicht ohne...
Ach ja, und Jundee war auch schon hier, also seht zu...
Not yet rated







No Comments
Closed for comments.